Ursachen

Ursache von Wärmebrücken

Es gibt unterschiedliche Arten und Ursachen von Wärmebrücken

Ursachen von Wärmebrücken
Als Wärmebrücken wer­den Bereiche in der ther­mi­schen Gebäudehülle be­zeich­net, bei de­nen wäh­rend der Heizperiode ge­gen­über dem un­ge­stör­ten Zustand er­höh­te bzw. zu­sätz­li­che Wärmeabflüsse auf­tre­ten, so dass auf der in­ne­ren Seite von Außenbauteilen die Oberflächentemperaturen ört­lich be­grenzt stark ab­sin­ken.

Gründe hier­für kön­nen sein:

  • ein Materialwechsel im Bauteil
  • Änderung der Bauteilgeometrie
  • kon­struk­ti­ve Zwängen
  • Fugen und Undichtigkeiten

Arten von Wärmebrücken
Folgende Übersicht soll die häu­figs­ten Wärmebrücken ver­an­schau­li­chen:

  • Materialbedingte Wärmebrücke
    Stoff- oder Materialbedingte Wärmebrücken ent­ste­hen durch ei­nen Wechsel der Wärmeleitfähigkeit in­ner­halb ei­ner oder meh­re­rer Schichten ei­nes Bauteils, zum Beispiel
    1. Stahlbetonstützen, Fensterstürze oder Ringanker im Mauerwerk
    2. Mörtelfugen im Mauerwerk
    3. Stahlbetondeckenauflager
    4. Holzsparren in der Dämmebene ei­ner Dachkonstruktion
    5. Dämmschichtunterbrechende Innenwände
  • Geometrisch be­ding­te Wärmebrücken
    Geometrisch be­ding­te Wärmebrücken ent­ste­hen dort, wo die wär­me­auf­neh­men­de Innenoberfläche und die wär­me­ab­ge­ben­de Außenoberfläche un­ter­schied­lich groß sind. Das ist bei­spiels­wei­se an Gebäudekanten und – noch aus­ge­präg­ter – an Gebäudeecken der Fall. Geometrische Wärmebrücken kön­nen nicht voll­stän­dig ver­mie­den wer­den. Eine gu­te Wärmedämmung der Außenwand kann ih­re Wirkung und so­mit den er­höh­ten Wärmestrom je­doch deut­lich re­du­zie­ren.
  • Konstruktive Wärmebrücken
    Die Gruppe der kon­struk­ti­ven Wärmebrücken un­ter­schei­det sich kaum von den ma­te­ri­al­be­ding­ten Wärmebrücken. Ihre Ursache liegt in ers­ter Linie in pla­ne­ri­schen Zwängen oder bau­li­cher Notwendigkeit. Vertreter die­ser Wärmebrückenkategorie sind der Rollladen oder ein Regenfallrohr in­ner­halb ei­nes  Wärmedämmverbundsystems. Ebenso kann man ei­nen Bauteilwechsel (Fensteranschluss) als kon­struk­ti­ve Wärmebrücke be­zeich­nen.
  • Punktuelle Wärmebrücken
    Punktuelle Wärmebrücken sind Störungen in der ther­mi­schen Gebäudehülle, wel­che auf ei­nen Punkt be­zo­gen wer­den kön­nen. Typische Vertreter die­ser Gruppe sind:
    1. dämm­schicht­durch­sto­ßen­de Stützen
    2. Befestigungsdübel von Wärmedämmverbundsystemen
    3. Mauerwerksanker von hin­ter­lüf­te­ten Vorhangsystemen
    4. Einzelkragarme von Balkon- oder Vordachsystemen

Der zu­sätz­li­che Wärmeverlust durch punk­tu­el­le Wärmebrücken ist be­zo­gen auf den Gesamtwärmeverlust ei­nes Gebäudes oft ver­nach­läs­sig­bar. Hier ist in ers­ter Linie dar­auf zu ach­ten, dass es nicht zu Schäden durch Tauwasserausfall kommt.

Das Paradebeispiel ei­ner Wärmebrücke, die so­wohl ei­ne ma­te­ri­al­be­ding­te als auch ei­ne geo­me­tri­sche Ursache hat, ist die mauerwerks- und ge­ge­be­nen­falls dämm­schicht­durch­sto­ßen­de Balkonplatte.  Neben der ca. 5- bzw. 50-fach hö­he­ren Wärmeleitfähigkeit des Stahlbetons ge­gen­über ei­nes üb­li­chen Mauerwerks oder Dämmstoffs ent­steht hier zu­sätz­lich ein „Kühlrippeneffekt“, der die Wärmebrückenwirkung ei­ner ther­mischn icht ge­trenn­ten Balkonplatte noch ver­stärkt.