Nachweise

Wärmebrückeneinfluss und deren Nachweis

Die detaillierte Wärmebrückenberechnung

waermebruecke_06Wärmebrückenbewertung ge­mäß Energieeinsparverordnung
Die Energieeinsparverordnung (EnEV) for­dert, dass zu­sätz­li­che Wärmeverluste durch li­nea­re Wärmebrücken beim Wärmeschutznachweis zu­sätz­lich be­rück­sich­tigt wer­den müs­sen. Dies er­folgt durch ei­nen pau­scha­len Wärmebrückenzuschlag, wel­cher von der Konstruktion der Wärmebrücken ab­hän­gig ist.

Folgende Wärmebrücken soll­ten stets bei der en­er­ge­ti­schen Bewertung ei­nes Gebäudes ein­be­zo­gen wer­den:

    • Gebäudekanten
    • Umlaufende Laibungen bei Fenstern und Türen
    • Wand- und Deckeneinbindungen
    • Deckenauflager
    • Balkonplatten

Bei der Ermittlung des Jahres-Heizwärmebedarfs ist der ver­blei­ben­de Einfluss von Wärmebrücken für be­stehen­de Gebäude ge­mäß  Energieeinsparverordnung fol­gen­der­ma­ßen zu be­rück­sich­ti­gen:

    • im Regelfall durch Erhöhung der  Wärmedurchgangskoeffizienten um ∆UWB = 0,10 W/(m²K) für die ge­sam­te wär­me­über­tra­gen­de Umfassungsfläche
    • wenn mehr als 50 Prozent der Außenwand mit ei­ner in­nen­lie­gen­den Dämmschicht und ein­bin­den­der Massivdecken ver­se­hen sind, durch Erhöhung der Wärmedurchgangskoeffizienten um ∆UWB = 0,15 W/(m²K) für die ge­sam­te wär­me­über­tra­gen­de Umfassungsfläche
    • bei voll­stän­di­ger en­er­ge­ti­scher Modernisierung al­ler zu­gäng­li­chen Wärmebrücken un­ter Berücksichtigung von DIN 4108 Beiblatt 2 durch Erhöhung der Wärmedurchgangskoeffizienten um ∆UWB = 0,05 W/(m²K) für die ge­sam­te wär­me­über­tra­gen­de Umfassungsfläche
    • durch ge­nau­en Nachweis der Wärmebrücken nach DIN V 4108-6 in Verbindung mit wei­te­ren an­er­kann­ten Regeln der Technik

Nachweis der Gleichwertigkeit
Der pau­scha­le Wärmebrückenansatz von ∆UWB= 0,10 W/(m²K) führt ge­ge­be­nen­falls bei hoch­wer­ti­gen en­er­ge­ti­schen Sanierungen zu un­wirt­schaft­li­chen Dämmschichten. Daher soll­te ei­ne Konstruktion mit mi­ni­mier­ten Wärmebrückenverlusten ge­wählt wer­den, für die bei der Energiebilanz auch der re­du­zier­te Wärmebrückenzuschlag von ∆UWB= 0,05 W/(m²K) ver­wen­det wer­den darf. Für die­sen Ansatz müs­sen die Planungsdetails ent­spre­chend des Beiblatts 2 der DIN 4108 voll­stän­dig ein­ge­hal­ten und um­ge­setzt wer­den.

Dieses Beiblatt ist je­doch im Wesentlichen für den Neubau ent­wi­ckelt wor­den und bie­tet nur we­ni­ge Details, die auf den Altbau über­trag­bar sind. Es ste­hen je­doch Möglichkeiten zur Verfügung, die Gleichwertigkeit der vor­han­de­nen Konstruktion mit den Planungsbeispielen des Beiblatts 2 nach­zu­wei­sen.

Folgende Verfahren und Vorgehensweisen kön­nen da­bei an­ge­wen­det wer­den:

    • Gleichwertigkeit über das kon­struk­ti­ve Grundprinzip
    • Gleichwertigkeit über den Wärmedurchlasswiderstand R der je­wei­li­gen Schichten
    • Gleichwertigkeit mit­tels Referenzwert ei­ner Wärmebrückenberechnung
    • Gleichwertigkeit mit­tels Referenzwert  aus Veröffentlichungen